20 weitere Stolpersteine in Magdeburg
20 weitere Stolpersteine in Magdeburg

20 weitere Stolpersteine erinnern an das Schicksal Magdeburger Opfer des Nationalsozialismus
Erinnerungsmale werden nächste Woche eingeweiht
Zum neunten Mal werden in Magdeburg Stolpersteine zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus gesetzt. Der Arbeitskreis "Stolpersteine" verlegt gemeinsam mit dem Kölner Künstler Gunter Demnig, Angehörigen der Opfer sowie Spendern dieser Erinnerungsmale am Dienstag und Mittwoch kommender Woche 20 neue Stolpersteine. Interessierte Magdeburgerinnen und Magdeburger sind eingeladen, an den Einweihungen teilzunehmen und der Opfer zu gedenken.
"Mit den neuen Stolpersteinen erinnern wir an das individuelle Schicksal von Magdeburgerinnen und Magdeburgern, die während der NS-Zeit deportiert und ermordet wurden", so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. "Wir gedenken damit ehemaliger Mitbürger und setzen ein weiteres Zeichen gegen das Vergessen der Nazidiktatur in unserer Stadt."
Die 20 neuen Stolpesteine werden am Dienstag und Mittwoch in folgender Reihenfolge verlegt: Für die Familie Salomon, Margarete und Brundhilde Katz (Dienstag, 14.30 Uhr; Universitätscampus, Nähe Mensa/Uni-Bibliothek), für Max Teller und seine Tochter Gerda Teller (15.00 Uhr, Gareisstraße 3), für Heinz Erich Tuchmann (15.30 Uhr, Walther-Rathenau-Straße 33a), für das Ehepaar Hermann und Frieda Spier (16.00 Uhr, Julius-Bremer-Straße, nahe dem Durchgang zur Max-Otten-Straße), für Gertrud Weißstock (Mittwoch, 9.00 Uhr, Universitätscampus, nahe dem Rektoratsgebäude), für Lilli Freiberg (9.30 Uhr, Jakobstraße, Höhe Fußgängerampel an der Mühlenstraße), für die Familie Moses, Ida Ethel, Dagobert, Gerda, Leo Issi und Felix Menschenfreund (10.00 Uhr, Jakobstraße, zwischen Neustädter Straße und Mühlenstraße), für die Familie Ilse, Emma Sonja und Vera Kupowski (10.20 Uhr, Jakobstraße, zwischen Johanniskirche und Neustädter Straße) und für Hanna Levy (11.00 Uhr, Halberstädter Straße 25, nahe der Ringbrücke).
Mit der Verlegung der neuen Stolpersteine steigt die Gesamtzahl dieser Erinnerungsmale im Stadtgebiet auf nunmehr 173. In die Messingoberfläche sind die Namen und biografischen Daten der Opfer, der Zeitpunkt der Deportation und der Deportationsort eingraviert. Seit 1997 setzt der Kölner Künstler Gunter Demnig diese zehn mal zehn Zentimeter großen Betonquader mit eingelassener Messingplatte in den Boden vor ehemalige Wohnhäuser und Wirkungsstätten von Opfern des Nationalsozialismus.
Finanziert werden die Erinnerungsmale ausschließlich durch Spenden. "Die Bereitschaft, mit Spenden die Patenschaft für die Stolpersteine zu übernehmen, verdient Dank und Anerkennung. Je mehr Menschen dieses Projekt mit einer Spende unterstützen, umso mehr Steine können weiterhin verlegt werden", wirbt Dr. Lutz Trümper gleichzeitig auch für die künftige Unterstützung in der Bürgerschaft.
Ein Stein kostet 95,- Euro. Hinzu kommen 25 Euro für die Dokumentation in einem "Magdeburger Gedenkbuch", das möglichst viele Angaben über Leben und Schicksal der 173 ermordeten Menschen aufnimmt. Das Buch wird zusammengetragen von Vereinen, Initiativen, Schulklassen und Einzelpersonen und widmet sich der Spurensuche nach dem Lebensweg der Ermordeten.
Weitere Spenden für künftige Verlegungsaktionen von Stolpersteinen können auf das Konto 140 00 101 bei der Stadtsparkasse Magdeburg (BLZ: 81053272) überwiesen bzw. eingezahlt werden. Als Verwendungszweck muss dabei unbedingt die Ziffernfolge 0.54100.050014.3 angegeben werden.
Für Fragen und weitere Informationen zu den Stolpersteinen stehen die Mitarbeiter des Kulturbüros der Stadtverwaltung unter der Rufnummer 5 40 21 34 zur Verfügung.
Hintergrundinformationen
Der Magdeburger Stadtrat hat 2005 auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beschlossen, sich der Möglichkeit des Erinnerns und Gedenkens durch so genannte Stolpersteine vor Hauseingängen und auf Gehwegen anzuschließen, von denen es mehr als 10.000 in über 190 Städten und Gemeinden Deutschlands gibt.
Eine Arbeitsgruppe, der neben der Stadtverwaltung und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen auch die Vereine "Miteinander e.V." und "Förderverein Neue Synagoge Magdeburg e.V." sowie das Ökumenische Domgymnasium angehören, haben Informationen über die Personen zusammengetragen, denen die neuen Stolpersteine gewidmet sind.
Weitere Informationen über die Stolpersteine in der Landeshauptstadt Magdeburg sind im Internet unter www.magdeburg.de zu finden.
Quelle / Weitere Informationen zum Thema:
http://www.magdeburg.de
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Artikel vom 18.03.2010 - Weitere Artikel im News - Archiv 03 / 2010
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